Bahn: Fortschritt online!

Tuesday, July 1st, 2008 Latitude: S Longitude: E

Der Fortschritt findet bei der Bahn online statt. Viele Strecken verfallen, ebenso wie die Fahrpläne und die meissten Stationen. Eines haben die Herren (wenigen Damen) der Bahn-Herrschaft allerdings verstanden: Wer einen so Informations-intensives Unternehmen führt, sollte seine Ressourcen genau dahin stecken, in die Informationsmöglichkeiten über die Produkte.

So kann der Kunde heute die aberwitzigsten Verbindungen abrufen, per Handy oder am internetverbundenen Rechner: Köln-Irbit (hinter Jekaterinenburg in die sibierische Taiga), dauert mehr als 70 Stunden mit einmal Umsteigen. Die Info, wie man hinkommt und wo man umzusteigen hat, wird einem in wenigen Sekunden geliefert. Der praktische Nutzwert erschließt sich einem eher auf Strecken wie von Köln-Süd nach Düsseldorf-Gerresheim, Rathaus: 1,5 Stunden, 4-mal Umsteigen, Lieferung der Info: 3 Sekunden aufs Handy. Vor-Internet-Aufwand: Minuten, eher Viertelstunden, und viele Verbindungen waren gar nicht absehbar, weil man die Grenzen der Tarifgebiete zu überwinden hat. Statt dessen heute: Infos, Infos, Infos, auf Fahrten kreuz und quer durch dichtverwobene Agglomerationen wie der Rhein-Ruhrzone ein echter Gewinn.

Neuerdings noch komfortabler ist das hier:

Bahn

Auf der Bahnseite www.bahn.de kann man nun, wenn man sich eine Verbindung ausgesucht hat, auf den kleinen Link klicken: “Im Kalender eintragen”. Damt wird eine kleine Datei im Format iCal heruntergeladen. Die öffnet sich (bei mir auf dem Mac, aber es geht wohl auch mit Lotus Notes und anderen Unwägbarkeiten des Büroalltages…) das Kalenderprogramm und darin findet sich die Verbindung als Eintrag. Das sieht dann so aus:

Bahn 2

Jetzt noch den Kalender auf dem rechner gewohnheitsmässig mit dem Handy synchronisieren und man hat seine ganzen Reisedaten immer in der Tasche dabei. Genial, weil nachgedacht, Service-orientiert, etc. pp. Also: Lob für die Bahn, da hat sie mal was richtig richtig gemacht.

Digital bohemian!

Tuesday, June 24th, 2008 Latitude: S Longitude: E

Ah, them bureaucrats…!

Thursday, June 19th, 2008 Latitude: S Longitude: E

Bildbeweis – Picture Proof

Wednesday, June 11th, 2008 Latitude: S Longitude: E

Motorradgeschichten

Tuesday, May 13th, 2008 Latitude: S Longitude: E

Seid der mir bekannte Teil der Menschheit weiss, dass ich meinen Motorführerschein mache, fliegen mich von allen Seiten Motorradgeschichten an. Gemeinsam mit denen, die ich selber so erleben, ergibt sich mehr und mehr eine kleine Kulturgeschichte des kraftvollen Zweirads:

Maria, die Kölner Ehefrau meines sizilianischen Nudelkochs Salvatore berichtet (ich fand, mit Wehmut in der Stimme) daß sie ja damals, als sie den Autoführerschein machte, eigentlich…. Aber dann eben doch nicht, weil’s zu teuer gewesen wäre… aber eigentlich. Heute denke ich, wenn ich ihren kleinen Kleinwagen sehe und mir das oft recht wünschenswerte Wetter Kölns wegdenke, denke ich, und nur dann: die beiden auf eine Moto Guzzi California mit Seitenwagen unterwegs zur Arbeit im Friesenviertel, ein Bild, wie von Gianmaria Testa oder Nani Moretti, reine Poesie.

Kürzlich war ich mit meiner Tochter in einem Motorradgeschäft in Köln-Kalk, in der guten Absicht, Helme, Handschuhe, Jacken für uns zu erforschen, deren Größen, Designs, Preise. M. fand das nicht so spannend und erbat sich stattdessen meine Handykamera, um zu fotografieren. Ergebnis: 45 hochauflösende Bilder von Hondas in allen Formen und Farben und ein Handy, das ständig “sagt”: “Ihr Speicher ist voll, erst einige Daten löschen” (…bevor sie wieder normal telefonieren können; wieso eigentlich telefonieren, scheint die allgemeine Meinung in den Konstruktionsbüros für diese Dinger inzwischen zu sei…!?)

Beim “Anprobieren” des Motorrads bei einem weiteren Termin war sie allerdings ganz dabei, stieg von der einen Variante zur anderen (es gab nur Varianten eines Models, ein seid den Fünziger Jahren nur wenig veränderten englischen Maschine indischer Bauausführung) und landete am Ende im Seitenwagen eines Gespanns mit den Worten: “Das hier passt gut!”.

Dann wurden sofort Reisepläne geschmiedet und überlegt, wer alles mit darf. Der Verkäufer mahnte jedoch: Das Gespann sei auch als Gespann, also mit eigentlich drei Sitzplätzen versehen, nur für zwei Personen zugelassen. Wegen des zulässigen Gesamtgewichts. Aha. Ich mußte dann doch etwas schmunzeln, in Nepal waren ganze Familien auf solchen Enfields unterwegs, ohne Seitenwagen wohlgemerkt. 22 Pferde aus einem halben Liter Hubraum ist eben auch heute noch in weiten Teilen der Welt eigentlich eine nachgerade ungehörige Übermotorisierung für den Individualverkehr. Wir werden sie würdevoll zum Einsatz bringen.

Der Seitenwagen ist inzwischen, das vielleicht zur Beruhigung der nahen Verwandtschaft meiner Tochter, beschloßene Sache, nachdem auch die Fahrschule vom Fahren mit Kindern dringend abrät. Immerhin können sich die Kleinen nicht so gut festhalten, wie zur Lebenserhaltung notwendig. (Auf den Bildern im Übungsbuch werden immer vermutlich mondfahrtstauliche Monstermaschienen bayrischer Provinienz gezeigt…) Also , der Gemütlichkeit halber: Ab ins Boot mit der Kleinen. Da ist dann auch noch Platz für’s Kuscheltier und die Reise-Ukulele.