Zen and the Art of maintaining a good mood about my motorcycle

Saturday, June 27th, 2009 Latitude: S Longitude: E

In German, the word maintaining and waiting are the same. So, “Zen and the Art of motorcycle maintenance” by Robert Pirsig was published as “Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten”. Add one word and you end up with the title of a book that could be written about me and my Royal Enfield Bullet: “Zen and the Art of waiting for a motorcycle”.

Let me start at the end – my end, the lower one: my right foot. Since Tuesday, it features a blister, thanks to me switching gears with light shoes on only. Is it the shoes? Is it the erratic unwillingness of the gearbox to act upon my orders? Is it Indian product quality? Or the fact that a post-war (that is WW II) construction obviously has a thing or two left to ask for? Or is it the fact that I am pretty new to motorcycles? Not much I can compare to. Does a recent 250cc Honda Baja that lets you change gears like “click” count as a good comparison? No blisters from that one.

The gearbox-blister is only the latest check of Bullet-the-Buddha to see if I really mean serious with riding motorcycles. There is also the long row of stuff that have my workshop folks say: “We never had anything like this happen before…”) And believe me, these guys have seen a lot. They are the people who import Royal Enfield into Germany and I would guess that right after the US and the UK, my home-country is probably the 3rd biggest export destination for the Bullet. So if there’s unexpected stuff to happen, they hear of it, as they are in charge of supplying exchange-parts under warranty to all dealers.

Here’s a list of stuff that made me wonder (and I wonder if I manage to remember everything right…). All of this happened in my first year and my first 4000 km with the bullet:

  • On the first longer ride, part of the gear-box just fell off, as the screw wasn’t secured properly.
  • Indicator lights sucked the battery far to fast.
  • Clutch wire snapped after less than 3000 km.
  • Valve-Ring got loose, almost causing the motor to destroy itself.
  • Exhaust pipe internally fell apart causing the thing to sound like a tank.
  • Rubber tube between carburettor and cylinder broke.
  • Chain protection broke at the rear handle.

A couple of more things that have more to do with the workshop staff not working properly (tube valve been cut off by tire not been put back properly after change etc.)

Everything was always handled smoothly and without any problems by the importer/workshop. The have a very friendly and professional attitude. The Motorcycle is under warranty for 2 years so apart from the trips to the workshop and back and the time involved I am not loosing out on too much from all of this. Instead: I learn a lot and my attitude towards the bike I ride is improving a lot along the lines of what Robert Pirsig is talking about in his book: Care for it, it’s part of you as a personal whole.

The Bullet is fitted with a sidecar, also that one from India. Its a constant source of pleasure for me, my partner, my daughter, my siblings and friends. It’s a unique experience.

It might also be one reason why so much is happening to the bike. My theory: the engine causes a lot of vibration and the motorcycle with the sidecar attached to it cannot handle the shaking too well. A lot of the motion energy is transmitted into parts like the carburettor or the exhaust pipe. Well, that’s just a theory – mind you, I am an amateur, comments on it are more than welcome…!

I do media development as a profession, mainly working in Laos and riding an Indian built motorcycle back home in Germany constantly reminds me of the circumstances people live under in other parts of the world. I get approving looks from people on their perfect BMW’s, Hondas and what-have-you-not and sometimes I envy them for being able to just get on and get off with it.

The fact that I could get another two bikes for the price they have paid for one puts the whole thing into perspective again. Three Indian-built bikes together should be as reliable as one German one. Let’s not talk about the “soul” of the machines.

Would I buy another Bullet? Definitely yes – they can only get better.

The “Enfield” strikes back!

Wednesday, June 25th, 2008 Latitude: S Longitude: E

19062008678Enfield fahren lernt man nicht an einem Nachmittag, Gespann fahren auch nicht. Aber, um mit den Worten meiner segensreich weisen Fahrlehrerin Heike zu sprechen: “nu haste so lange drauf gewartet, jetzt wirste ja auch noch Zeit haben…”

Immerhin, die kürzlich aus Neuproduktion übernommene Royal Enfield “Bullet de Luxe” kann sich angenehm messen mit dem Gefährt, auf dem ich seinerzeit den Entschluß gefasst hatte, nach der motorisierten Zweirädrigkeit zu streben. Das liegt nun 26 Jahre zurück, es handelte sich um eine Maico, die zu der Zeit so alt war wie ich, 14 Jahre, Baujahr ’68 also.

Hier und jetzt also die Enfield, Baujahr 2008, Herkunft: Indien, ehemalig britisches Königreich und das ist dann schon wichtig, denn bei der Maschine handelt es sich um die Fortsetzung englischer Ingenieurskunst mit indischen Mitteln, sprich: das Ding wird quasi seid üer 50 Jahren nahezu unverändert gebaut. Meine Enfield ist definitiv eine der letzten ihrer Art, so ungefiltert darf man heute angesichts der Erderwärmung nicht mehr rumstinken. Ich werde Kilometer schinden durch Zuhause bleiben, damit ich halbwegs guten Gewissens zum Ausgleich rumballern darf. “Made like a gun!” ist der treffende Slogan, noch aus der Zeit, als Enfield, wie so viele andere der britischen Motorradwerke, eine Waffenschmiede war. Jede Zündung ein Schuß, der Halbliter-Einzylinder liefert genau diesen Sound.

Gespann Royal Enfield

Noch eine Waffenparalelle: Fährt man die Bullet so wie ich als Gespann, schmerzt einem die Schulter anfänglich wie vom Rückstoß beim Gewehr-Schießen. Handelt sich allerdings um einen Folgeschaden unzureichender Vorbereitung durch Kraft-Training. Das Gespann, Seitenwagen rechts, verhält sich wie eine gut-konservative Partei: Jeder Weg ist recht, nur rechts rum muß es gehen. Man muß also ständig gegenlenken, das schmerzt. Jetzt könnte ich noch Vergleiche mit der derzeitigen Regierungs-Koalition anstreben, lass ich aber mal, man soll ja solche Allegorien nicht überdrehen.

Den Motor der Enfield übrigens auch nicht. Einfahren muß sein. Jungfernfahrten gerne langsam und möglichst vibrationsarm ist die Vorgabe. Lustiger Gedanke, spätestens nach den ersten 50 Kilometern lächelt man mit klappernden Zähnen. Der Einzylinder mit seiner Wucht… Das sanfte Geschüttele hat den auch auf dem ersten Ausflug einen interessanten Wechsel der Fortbewegungsmittel mit sich gebracht: im südindischen Madrass waren die Schrauben nicht ausreichend nachgezogen worden, hier hat’s auch keiner gemerkt, nach 150 Kilometern war das Getriebgehäuse lose, ein Einfüllstutzen lag blank.

Abschleppwagen

Der Mann mit dem Abschleppwagen war dann aber begeistert: Tolles Gefährt und so viele Möglichkeiten, die Spanngurte festzumachen. Jedem seine kleinen Alltagsfreuden. Für meine Tochter gab’s zur Überbrückung der Wartezeit ein Eis, ich habs als Zen-buddhistische Übung genommen.

Überhaupt: Mit derlei Drittwelt Low-Tech unterwegs zu sein, schärft den Blick fürs Wesentliche. Meine derzeitige Aufgabe besteht darin, für just solche Länder, wie das, aus dem die Enfield stammt, Entwicklungsprojekte zu entwerfen. Mein Motorrad ist mir dabei ständige Erinnerung an die Wahrheiten, mit denen man dort konfrontiert ist: Low-Tech, Low-Tech. Low-Tech. No-Tech. Kein ADAC, den müsste ich mir noch wegdenken. War dennoch froh, dass er da war.

Beim Importeur in Zülpich, der Heimatwerkstatt des chrom-schwarzen Monsters, versichert man mir glaubhaft: “sowas haben wir noch nicht gehabt.” Klingt nach “Ansonsten ja viel, aber das noch nicht…!” Freitag ist sie wieder so weit, dann darf ich wieder den Kampf gegen die Kompression aufnehmen. Als echter Held des indischen Alltags hab ich natürlich auf den durchaus inzwischen erhältlichen Elektrostarter verzichtet. Das heißt: Kompressionshebel drücken, Zylinder per Starthebel so drehen, daß er nachgiebig ist, dann Hebel wieder auf normal, und volle Wucht auf den Kickstarter. Der heißt so, weil er zurück kickt, wenn man oben genannte Prozedur nicht beherzigt hat. Dann schlägt das Imperium (gewesenes) zurück, die englisch-indischen 500 Kubik wandeln die Tretkraft des Piloten in einen kräftigen Wadenhieb um, qua des gesamten halben Liters Luft, der da komprimiert wurde…

Wenn einem der Motor an der Ampel ausgeht (was einem Anfänger wie mir regelmäßig passiert), ist man fällig. Nerven bewahren hilft, Enfield starten macht man nicht mal so eben im Bruchteil einer Grünphase. Die Mischung aus Bewunderung und Bedauern der Umstehenden und Wartenden ist dann schon fast körperlich zu spüren. Meet you Buddha: Kompression weg, “Oberer Totpunkt”, Kompression zurück, beten, treten – und dann recht sensibel am Gas.

Unterwegs dann spontane Nirwana-Zustände, reinste Motorradmeditation: Du brauchst nicht denken, fahren reicht. Wind, Straße, Regen, schmerzende Muskeln, Sonnenstrahlen und das ständig satte Wummern von unten, kilometerweise Spaß am Nicht-Ankommen.

Motorradgeschichten

Tuesday, May 13th, 2008 Latitude: S Longitude: E

Seid der mir bekannte Teil der Menschheit weiss, dass ich meinen Motorführerschein mache, fliegen mich von allen Seiten Motorradgeschichten an. Gemeinsam mit denen, die ich selber so erleben, ergibt sich mehr und mehr eine kleine Kulturgeschichte des kraftvollen Zweirads:

Maria, die Kölner Ehefrau meines sizilianischen Nudelkochs Salvatore berichtet (ich fand, mit Wehmut in der Stimme) daß sie ja damals, als sie den Autoführerschein machte, eigentlich…. Aber dann eben doch nicht, weil’s zu teuer gewesen wäre… aber eigentlich. Heute denke ich, wenn ich ihren kleinen Kleinwagen sehe und mir das oft recht wünschenswerte Wetter Kölns wegdenke, denke ich, und nur dann: die beiden auf eine Moto Guzzi California mit Seitenwagen unterwegs zur Arbeit im Friesenviertel, ein Bild, wie von Gianmaria Testa oder Nani Moretti, reine Poesie.

Kürzlich war ich mit meiner Tochter in einem Motorradgeschäft in Köln-Kalk, in der guten Absicht, Helme, Handschuhe, Jacken für uns zu erforschen, deren Größen, Designs, Preise. M. fand das nicht so spannend und erbat sich stattdessen meine Handykamera, um zu fotografieren. Ergebnis: 45 hochauflösende Bilder von Hondas in allen Formen und Farben und ein Handy, das ständig “sagt”: “Ihr Speicher ist voll, erst einige Daten löschen” (…bevor sie wieder normal telefonieren können; wieso eigentlich telefonieren, scheint die allgemeine Meinung in den Konstruktionsbüros für diese Dinger inzwischen zu sei…!?)

Beim “Anprobieren” des Motorrads bei einem weiteren Termin war sie allerdings ganz dabei, stieg von der einen Variante zur anderen (es gab nur Varianten eines Models, ein seid den Fünziger Jahren nur wenig veränderten englischen Maschine indischer Bauausführung) und landete am Ende im Seitenwagen eines Gespanns mit den Worten: “Das hier passt gut!”.

Dann wurden sofort Reisepläne geschmiedet und überlegt, wer alles mit darf. Der Verkäufer mahnte jedoch: Das Gespann sei auch als Gespann, also mit eigentlich drei Sitzplätzen versehen, nur für zwei Personen zugelassen. Wegen des zulässigen Gesamtgewichts. Aha. Ich mußte dann doch etwas schmunzeln, in Nepal waren ganze Familien auf solchen Enfields unterwegs, ohne Seitenwagen wohlgemerkt. 22 Pferde aus einem halben Liter Hubraum ist eben auch heute noch in weiten Teilen der Welt eigentlich eine nachgerade ungehörige Übermotorisierung für den Individualverkehr. Wir werden sie würdevoll zum Einsatz bringen.

Der Seitenwagen ist inzwischen, das vielleicht zur Beruhigung der nahen Verwandtschaft meiner Tochter, beschloßene Sache, nachdem auch die Fahrschule vom Fahren mit Kindern dringend abrät. Immerhin können sich die Kleinen nicht so gut festhalten, wie zur Lebenserhaltung notwendig. (Auf den Bildern im Übungsbuch werden immer vermutlich mondfahrtstauliche Monstermaschienen bayrischer Provinienz gezeigt…) Also , der Gemütlichkeit halber: Ab ins Boot mit der Kleinen. Da ist dann auch noch Platz für’s Kuscheltier und die Reise-Ukulele.