Bahn: Fortschritt online!

July 1st, 2008 / / Breite & Länge: 48.12577 11.646328

Der Fortschritt findet bei der Bahn online statt. Viele Strecken verfallen, ebenso wie die Fahrpläne und die meissten Stationen. Eines haben die Herren (wenigen Damen) der Bahn-Herrschaft allerdings verstanden: Wer einen so Informations-intensives Unternehmen führt, sollte seine Ressourcen genau dahin stecken, in die Informationsmöglichkeiten über die Produkte.

So kann der Kunde heute die aberwitzigsten Verbindungen abrufen, per Handy oder am internetverbundenen Rechner: Köln-Irbit (hinter Jekaterinenburg in die sibierische Taiga), dauert mehr als 70 Stunden mit einmal Umsteigen. Die Info, wie man hinkommt und wo man umzusteigen hat, wird einem in wenigen Sekunden geliefert. Der praktische Nutzwert erschließt sich einem eher auf Strecken wie von Köln-Süd nach Düsseldorf-Gerresheim, Rathaus: 1,5 Stunden, 4-mal Umsteigen, Lieferung der Info: 3 Sekunden aufs Handy. Vor-Internet-Aufwand: Minuten, eher Viertelstunden, und viele Verbindungen waren gar nicht absehbar, weil man die Grenzen der Tarifgebiete zu überwinden hat. Statt dessen heute: Infos, Infos, Infos, auf Fahrten kreuz und quer durch dichtverwobene Agglomerationen wie der Rhein-Ruhrzone ein echter Gewinn.

Neuerdings noch komfortabler ist das hier:

Bahn

Auf der Bahnseite www.bahn.de kann man nun, wenn man sich eine Verbindung ausgesucht hat, auf den kleinen Link klicken: “Im Kalender eintragen”. Damt wird eine kleine Datei im Format iCal heruntergeladen. Die öffnet sich (bei mir auf dem Mac, aber es geht wohl auch mit Lotus Notes und anderen Unwägbarkeiten des Büroalltages…) das Kalenderprogramm und darin findet sich die Verbindung als Eintrag. Das sieht dann so aus:

Bahn 2

Jetzt noch den Kalender auf dem rechner gewohnheitsmässig mit dem Handy synchronisieren und man hat seine ganzen Reisedaten immer in der Tasche dabei. Genial, weil nachgedacht, Service-orientiert, etc. pp. Also: Lob für die Bahn, da hat sie mal was richtig richtig gemacht.

Same same, but different...

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The “Enfield” strikes back!

June 25th, 2008 / / Breite & Länge: 51.065255 6.867834

19062008678Enfield fahren lernt man nicht an einem Nachmittag, Gespann fahren auch nicht. Aber, um mit den Worten meiner segensreich weisen Fahrlehrerin Heike zu sprechen: “nu haste so lange drauf gewartet, jetzt wirste ja auch noch Zeit haben…”

Immerhin, die kürzlich aus Neuproduktion übernommene Royal Enfield “Bullet de Luxe” kann sich angenehm messen mit dem Gefährt, auf dem ich seinerzeit den Entschluß gefasst hatte, nach der motorisierten Zweirädrigkeit zu streben. Das liegt nun 26 Jahre zurück, es handelte sich um eine Maico, die zu der Zeit so alt war wie ich, 14 Jahre, Baujahr ’68 also.

Hier und jetzt also die Enfield, Baujahr 2008, Herkunft: Indien, ehemalig britisches Königreich und das ist dann schon wichtig, denn bei der Maschine handelt es sich um die Fortsetzung englischer Ingenieurskunst mit indischen Mitteln, sprich: das Ding wird quasi seid üer 50 Jahren nahezu unverändert gebaut. Meine Enfield ist definitiv eine der letzten ihrer Art, so ungefiltert darf man heute angesichts der Erderwärmung nicht mehr rumstinken. Ich werde Kilometer schinden durch Zuhause bleiben, damit ich halbwegs guten Gewissens zum Ausgleich rumballern darf. “Made like a gun!” ist der treffende Slogan, noch aus der Zeit, als Enfield, wie so viele andere der britischen Motorradwerke, eine Waffenschmiede war. Jede Zündung ein Schuß, der Halbliter-Einzylinder liefert genau diesen Sound.

Gespann Royal Enfield

Noch eine Waffenparalelle: Fährt man die Bullet so wie ich als Gespann, schmerzt einem die Schulter anfänglich wie vom Rückstoß beim Gewehr-Schießen. Handelt sich allerdings um einen Folgeschaden unzureichender Vorbereitung durch Kraft-Training. Das Gespann, Seitenwagen rechts, verhält sich wie eine gut-konservative Partei: Jeder Weg ist recht, nur rechts rum muß es gehen. Man muß also ständig gegenlenken, das schmerzt. Jetzt könnte ich noch Vergleiche mit der derzeitigen Regierungs-Koalition anstreben, lass ich aber mal, man soll ja solche Allegorien nicht überdrehen.

Den Motor der Enfield übrigens auch nicht. Einfahren muß sein. Jungfernfahrten gerne langsam und möglichst vibrationsarm ist die Vorgabe. Lustiger Gedanke, spätestens nach den ersten 50 Kilometern lächelt man mit klappernden Zähnen. Der Einzylinder mit seiner Wucht… Das sanfte Geschüttele hat den auch auf dem ersten Ausflug einen interessanten Wechsel der Fortbewegungsmittel mit sich gebracht: im südindischen Madrass waren die Schrauben nicht ausreichend nachgezogen worden, hier hat’s auch keiner gemerkt, nach 150 Kilometern war das Getriebgehäuse lose, ein Einfüllstutzen lag blank.

Abschleppwagen

Der Mann mit dem Abschleppwagen war dann aber begeistert: Tolles Gefährt und so viele Möglichkeiten, die Spanngurte festzumachen. Jedem seine kleinen Alltagsfreuden. Für meine Tochter gab’s zur Überbrückung der Wartezeit ein Eis, ich habs als Zen-buddhistische Übung genommen.

Überhaupt: Mit derlei Drittwelt Low-Tech unterwegs zu sein, schärft den Blick fürs Wesentliche. Meine derzeitige Aufgabe besteht darin, für just solche Länder, wie das, aus dem die Enfield stammt, Entwicklungsprojekte zu entwerfen. Mein Motorrad ist mir dabei ständige Erinnerung an die Wahrheiten, mit denen man dort konfrontiert ist: Low-Tech, Low-Tech. Low-Tech. No-Tech. Kein ADAC, den müsste ich mir noch wegdenken. War dennoch froh, dass er da war.

Beim Importeur in Zülpich, der Heimatwerkstatt des chrom-schwarzen Monsters, versichert man mir glaubhaft: “sowas haben wir noch nicht gehabt.” Klingt nach “Ansonsten ja viel, aber das noch nicht…!” Freitag ist sie wieder so weit, dann darf ich wieder den Kampf gegen die Kompression aufnehmen. Als echter Held des indischen Alltags hab ich natürlich auf den durchaus inzwischen erhältlichen Elektrostarter verzichtet. Das heißt: Kompressionshebel drücken, Zylinder per Starthebel so drehen, daß er nachgiebig ist, dann Hebel wieder auf normal, und volle Wucht auf den Kickstarter. Der heißt so, weil er zurück kickt, wenn man oben genannte Prozedur nicht beherzigt hat. Dann schlägt das Imperium (gewesenes) zurück, die englisch-indischen 500 Kubik wandeln die Tretkraft des Piloten in einen kräftigen Wadenhieb um, qua des gesamten halben Liters Luft, der da komprimiert wurde…

Wenn einem der Motor an der Ampel ausgeht (was einem Anfänger wie mir regelmäßig passiert), ist man fällig. Nerven bewahren hilft, Enfield starten macht man nicht mal so eben im Bruchteil einer Grünphase. Die Mischung aus Bewunderung und Bedauern der Umstehenden und Wartenden ist dann schon fast körperlich zu spüren. Meet you Buddha: Kompression weg, “Oberer Totpunkt”, Kompression zurück, beten, treten – und dann recht sensibel am Gas.

Unterwegs dann spontane Nirwana-Zustände, reinste Motorradmeditation: Du brauchst nicht denken, fahren reicht. Wind, Straße, Regen, schmerzende Muskeln, Sonnenstrahlen und das ständig satte Wummern von unten, kilometerweise Spaß am Nicht-Ankommen.

Same same, but different...

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Digital bohemian!

June 24th, 2008 / / Breite & Länge: 50.93836 6.937094

Same same, but different...

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Ah, them bureaucrats…!

June 19th, 2008 / / Breite & Länge: 50.923535 6.995874

Same same, but different...

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Die Schweden, die Schweizer, der Beckenbauer

June 16th, 2008 Breite: S / Länge: E

Schweiz

“Die Schweden sind keine Holländer, das hat man sofort gesehen” Franz Beckenbauer. Schön!

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