Frohes Neues Lao-Jahr!

---> Wo ist das?

April 16th, 2007 Latitude: 16.57475N Longitude: 104.750347E

Neujahr feiert der Laote als Buddhist nach dem Mondkalender. Demnach war vergangenes Wochenende Neujahr hierzulande, was vor allem mit gründlichen Waschungen (innen wie außen) vonstatten geht: Zunächst gilt es, von Tempel-Anlage zu Tempel-Anlage zu fahren, mit einem kleinen Eimerchen Wasser und die dort aufgestellten Buddha-Statuen zu begießen. Das so geheiligte Wasser wird aufgefangen, um sich damit selber Gesicht und Haare zu waschen, vermutlich ein symbolisches Abwaschen der Sünden des vergangenen Jahres.

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Dazu erklingen Musik und Verse, man besucht den Tempel, lässt sich auf dem Boden nieder, begegnet Freunden und Familie, nimmt einen Imbiß zu sich. Die Fahrt oder der Gang von einem Tempel zum anderen durch die Stadt wird dann zum feuchtfröhlichen Spießrutenlauf: Überall positionieren sich jungen Leute am Strassenrand, um die Vorbeikommenden aus Eimern, Schüsseln und Wasserschläuchen mit den besten Wünschen zum neuen Jahr zu übergießen.

CIMG0372Durchgefroren: Eine Clique, die uns heftig gestikulierend zu sich holte. Nach erstem Rätselraten, ob unsere Verständigungsprobleme am mangelnden Englisch ihrer- oder mangelndem Lao unsereseits liegen, dann die Überraschung für uns: Hier hatten wir es mit einem taubstummen Freundeskreis zu tun, der sich zur Wasser-Party verabredet hatte. Unsere anschließende Unterhaltung lief dann erstaunlich gut – in Zeichensprache!

Zum Wasser von außen kommt “Beer Lao” von innen: Das schmackhafte Pils ist fester Bestandteil jeder Strassenparty und immer wieder wird man eingeladen, sich erst begießen zu lassen, dann wird man mit Babypuder im Gesicht geweisselt und anschließend darf man die innere Spülung vornehmen. Viel hilft viel ist auch hier die Devise, nach drei Tagen andauerndem Neujahrfeiern im Stil einer improvisierten Love-Parade, stellt sich eine gewissen Ermüdung ein.

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Da in diesem Jahr Neujahr auf ein Wochenende fiel, hat die Regierung den feiertäglichen Ausnahmezustand arbeitnehmer-freundlich um 2 Tage verlängert. Für mich beeindruckend das breite Spektrum von frommer Andacht einiger weniger in den Tempeln bis zur ausgelassenen Strassenparty der halbwüchsigen. Ganze Schwärme fast immer schwarzgekleideter Jugendlicher brausen auf Kleintransportern, Pickups oder als Roller-Corso durch die Stadt, um sich duschen zu lassen. Dazu ein buddhistisch-kommunistischer Festumzug, wildes Gemengelage diese laotischen Spaßgesellschaft: Sabay-ie-die Pi Mai, Happy Lao New Year!

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