Archive for November, 2006

Denkmal für Sergio

Friday, November 24th, 2006 Latitude: S Longitude: E

An dem konnte ich nicht vorbei gehen, ohne es zu fotografieren:

20112006112 Gesehen auf der alten Lenin-Allee, heute ulize Dostyk in Almaty, Kasachstan. Hier quasi als Denkmal für meinen Freund Sergio, der mir vor einem Jahr geholfen hatte, in Rio in Eile eine Cavaquinho auszusuchen. Sergio, die Geduld, die Du hattest, hat sich gelohnt!

Eu não sou daqui…

Friday, November 24th, 2006 Latitude: S Longitude: E

…ich bin nicht, von hier, ich bin aus Niteroi… lautet der Anfang einer Samba von Wilson Batista und Ataulfo Alves. Kennengelernt habe ich das Stück durch eine CD von Zélia Duncan, heute, nach 2-wöchigem Üben, habe ich es zum ersten Mal vollständig gespielt. Geübt habe ich morgens und abends in meinem Hotelzimmer hier in Almaty, Kasachstan, auf einer Cavaquinho, die ich vor einem Jahr in Rio gekauft habe. Nachdem sie aus Zeitmangel nun ein Jahr im Koffer in der Ecke geschlummert hatte, kam sie mir als handlicher Reisebegleiterin gerade recht. Hotelzimmer werden wohnlicher, wenn man sein eigenes Instrument mitbringt.2005-10-08_13-58-12

„Eu não sou d’aqui…“ denkt sich meine Cavaquinho, während vor dem Fenster kasachische Schneelandschaften entstehen, Flocke um Flocke.

Schnee voller Gnade

---> Wo ist das?

Tuesday, November 21st, 2006 Latitude: 43.320807N Longitude: 76.917858E

Almaty erlebt den ersten Schneefall dieses Winters. Es ist Abend, das Grau der Stadt ist weiß überpudert. Statt wie bisher in Kaffe, Kuchen und Internet zu investieren, lege ich gerade mein Geld ausschließlich in Speisen und Getränke an und habe trotzdem Zugang: Eine junge Dame hat mich kürzlich auf eine Café à la Starbucks hingewiesen, dass vom Hotel aus in wenigen Minuten erreichbar ist, zum sicherlich angesagtesten der Stadt gehört und kostenlos drahtloses Internet bietet. Mal sehen, was die Küche bietet, aber bisher stimmt der Deal, trotz deutlich westeuropäischem Preisniveau.

Internet_auf_kasachischUpdate: Zu früh gefreut. Die Pommes sind Pommes, das Sandwich ok, Tee kommt landesuntypisch in kleiner Tasse statt in der Kanne und der eigentliche Grund hierher zu kommen, der kostenlose Internetzugang, ist lahmer als über die Telefonleitung im Hotel. Schnarch.

Unter Pferden…

Monday, November 20th, 2006 Latitude: S Longitude: E

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1/Hubraum= Länge des Penis

Sunday, November 19th, 2006 Latitude: S Longitude: E

Wenn die Hypothese stimmt, dass der Hubraum des Wagens eines Mannes im reziproken Verhältnis zu seiner Penislänge steht, können einem die Damen Almatys leid tun. Nicht das Länge alles sei oder etwa nur Größe gilt – dennoch drängt sich die Vermutung auf, dass auf den Straßen der ehemalig kasachischen Hauptstadt kompensiert wird.

Die unglaubliche Anzahl hubraumstarker Karossen, vor allem der Marke Toyota Landcruiser, lässt ahnen, warum die Japaner derzeit anerkannt gesündester Kraftwagenhersteller weltweit sind: allein der kasachische Markt erweist sich als regelrechter Schwamm für die japanischen Metallgebirge.

2006-11-18_15-41-18_Schymbulak_Almaty_Kazakhstan Apropos Gebirge: Hier zeigt sich, dass die Karossen nicht nur zum puren Hauptstadt-Repräsentieren taugen. Auf dem Weg zum Shymbulak, dem stadtnahen, etwa 1200 Meter höher gelegenen Skiort, kommen bei mehr als 12% Steigung die PS zu halbwegs sinn-gestiftetem Einsatz. So kommt der Neo-Kasache (postkommunistisch-erfolgreich) schnell und bequem ins Naturschutzgebiet zu seinen Chalets. Als Wanderer entlang der Straßen wiederum genießt man die doch ungewohnte Kombination von 4000er Panorama und urbanen Abgaswolken.

2006-11-18_15-43-17_Schymbulak_Almaty_KazakhstanOb nun lang, breit, hoch, stark oder genau richtig: Den kasachischen Damen könnte man anraten, in Anbetracht solcher Testosteron- und benzingetriebenen Männlichkeits-Metaphern die Unaufgeregtheit hiesiger Pferde an den Tag zu legen: Die lassen sich auf ihrem Trab ins Tal (mit gelegentlichem Auflecken des Streusalz vom Asphalt) nur wenig von den Karossen beeindrucken. Der Augenschein legt allerdings nahe, dass die Damen weniger stoisch veranlagt sind: Geld (vor allem vorgezeigtes) macht eben auch in diesem Land sexy. Und damit an dieser Front Gleichstand herrschen kann, tun die Damen ihrerseits einiges, mit Ihren Reizen bei den Herren Eindruck zu schinden.

Die Lachenden Dritten im Bunde sind dabei die zahlreichen Friseure, Schönheitssalons und – die Italiener: Die bedienen hierzulande die rege Nachfrage nach Schuhen, modischem Outfit und edelsten Kleidern.