Geotagging / Photos mit Koordinaten

October 8th, 2006 Latitude: S Longitude: E

„Wo ist das aufgenommen?“ ist eine Frage, die man häufig hört, wenn man seine Reise- oder Urlaubsphotos zeigt. Seit die Amerikaner die Welt mittels ihres Satellitensystem mit einem metergenauen Koordinatensystem überzogen haben und die Chinesen Geräte herstellen, mit denen das Auslesen dieser Satellitensignale jedermann möglich ist, ist das metergenaue Verorten eigener Bilder so einfach, wie die Aufnahme selber. Dabei geht es darum, für jedes Bild, den Längen- und Breitengrad des Aufnahmeortes (sowie für besonders genaue auch noch die Himmelsrichtung, in die das Objektiv gerichtet war) möglichst geanu festzuhalten.Auf diese Weise lassen sich später die Bilder auf einer Karte anordnen – im Falle von digitalen Bildern und Karten kann dies fortlaufend und automatisch geschehen. So entstehen interaktive Bilderatlanten, die zusätzlich nach verschiedenen Parametern geordnet werden können. Seit Google die Datenschnittstelle (API)sein weltweites Kartenangebots Google Maps zugänglich gemacht hat, sprießen solche Mash-ups nahezu täglich aus dem Netz.

Grundsätzlich sind dafür mehrere Schritte nötig:
• Erstellen einer Aufnahme
• Notieren der Koordinaten
• Verknüpfen von Koordinaten mit Aufnahme
• Erstellen einer Karte
• Verknüpfen der Karten mit den Koordinaten der Aufnahmen

Aufnehmen & notieren – GPS-Empfänger als Referenz
2006-09-29_16-06-14_Rome_Italy_41.906082_41.906082 Eine simple Lösung ist der Einsatz eines einfachen GPS-Empfänger/-Navigationssystems wie beispielsweise das Garmin Geko 101 Hand Navigationsgerät. Hiermit lässt sich der jeweilige Standpunkt auf wenige Meter genau festlegen. Vorraussetzung ist freier Blick zum Himmel (also den Satelliten). Soll ein Photo geokodiert werden, wird vor oder nach der Aufnahme ein weiteres Photo vom Display gemacht, mit der Anzeige der Koordinaten.

Alternativ notiert man die Adresse, oder zeichnet den Punkt auf einer Karte ein.
Das Verschmelzen des Bildes mit den geographischen Metadaten erfolgt dann im weiteren Schritt. Hierzu sind verschiedene Schritte möglich, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:

Flickr & Bookmarklet
Photodienste wie Flickr mit ihrer offenen API sind ideal für diese Art von Vorhaben. Zum einen erlaubt Flickr eine Filterung nach verschiedenen Schlüsselbegriffen (Tags), zum anderen erlaubt es, Koordinaten direkt als Metadaten (als Tags) anzulegen und somit auch (per RSS, also XML-Feed) auszuspielen. Tags sind als Metad-Daten den Bildern zugeordnete Begriffe, die eine Strukturierung erlauben (bspw. „Urlaub“ für alle Urlaubsbilder, „Strand“ wenn ein solcher darauf zu sehen ist, oder „blau“, wenn diese Farbe vorherrschend ist. Oder eben „geotag“ wenn das Bild mit Koordinaten versehen worden ist.)

Inzwischen sind verschiedene Bookmarklets für die Flickr-Seite erhältlich, die über eine interaktive Google-Karte die Zuordnung von Koordinaten zu Bildern sehr einfach ermöglichen: Bild hochladen, angucken, Kartenbutton drücken, Aufnahme-Ort suchen, draufklicken – fertig!

Oder man macht das gleich über die vom Flickr-Mutterschiff Yahoo! bereit gestellten Karten, die auch eine Karten-Anzeige aller Bilder erlauben. (Nicht ausprobiert, nutze oben genannte Lösung zur vollen Zufriedenheit)

Somit lassen sich geokodierte, themen- oder Nutzerspezifische Photostreams erstellen, die durch ihre Geokodierung bestens geeignet sind für interaktive, themenbezogenen Karten.

Koordinaten in den Exif-Daten
GPS Infos lassen sich in die EXIF-Daten schreiben. Dann ist die GeoLocation als Metadaten in der eigentlichen Bilddatei verankert und kann mit dieser weitergegeben werden. Das geht über eine mit GPS ausgerüstete Kamera recht einfach, wenn auch kostspielig.

Einfacher ist es da, während des Fotografieren einen GPS-Empfänger die aktuellen Positionen automatisch loggen zu lassen, um dann anschließend die Fotodateien und die Log-Positionen abzugleichen. Dafür gibt es verschiedene Lösungen (für den Mac!).

Auf diese Art geokodiert lassen sich die Bilder auf einer digitalen Karte automatisch an der entsprechenden Stelle anzeigen.

Wie das geht, in einer weiteren Folge.

Hier eine Sammlung Links zum Thema GeoTaggen.

Mehr zum Thema in einem hervorragenden (englischsprachigen) Buch zu diesem Thema – Google Maps Hacks – aus dem auch der Trick mit dem abfotografieren des GPS-Empfängers stammt.

One Response to “Geotagging / Photos mit Koordinaten”

  1. Tom2007 schreibt:

    A propos “Fotos mit Ortsgedächtnis”: Kennst Du schon locr?

    locr bietet die komplette Lösung und macht das Geotaggen besonders einfach. locr verwendet GoogleMaps mit umfangreichem Kartenmaterial und hochauflösenden Satellitenbildern. Zum Geotaggen nur Adresse eingeben, suchen lassen, Markierung feintunen, übernehmen und fertig! Kennt man die Adresse nicht, kann man die Position ebenso einfach per Drag & Drop festlegen.

    Verwendest du zusätzlich zur Digitalkamera einen GPS-Datenlogger, kannst du die Fotos automatisch geotaggen. Die locr Software verknüpft dann automatisch die Daten des GPS-Empfängers mit denen der Digitalkamera. Die Informationen werden in den EXIF-Header der Fotos geschrieben.

    Über die Schaltfläche “Öffnen mit Google Earth” kannst du deine Fotos in Google Earth betrachten.

    In der Standardansicht zeigt locr neben dem Foto den Aufnahmeort auf GoogleMaps in Karten-, Luft- und Satellitenbildern. Dazu eine Übersicht weiterer hochgeladener Fotos in der Nähe des Aufnahmeortes sowie die Adresse, Stichworte und Kommentare. Mehr über den Aufnahmeort erfährst du durch die ebenfalls automatisch zugeordneten Wikipedia-Beiträge.

    Mehr unter http://www.locr.com .

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