Smog on the run…

---> Wo ist das?

December 11th, 2005 Latitude: 35.895169N Longitude: 50.802841E

laster Mittwoch war frei für alle öffentlichen Einrichtungen, darunter auch die Journalistenakademie. Smogalarm. Wie alle anderen, die die Möglichkeit hatten, verliessen wir die Stadt Richtung Norden. In zentimeterdichtem Verkehr geht es über eine Stunde lang durch die hässlichen Vororte des Molochs. Danach wechseln sich Fabrikgelände mit trockenem Brachland ab.

Nach etwa 2 Stunden erreichen wir die ersten Ausläufer der Alborz-Berge. Um uns herum Autos, Lastwagen und Busse wie aufgescheuchte Wespen. Paykans, der automobile Klassiker des Irans, beherrschen das Bild. Eine Konstruktion, die ihre Wurzeln sichtbar in den späten Sechzigern des vorigen Jahrhunderts hat. Im Kontrast zu den allgegenwärtigen vorrevolutionären Lastwagen sind sie geradezu modern. Die meisten der ebenso betagten Busse stammen aus dem iranischen Mercedes-Werk, basieren auf Entwürfen aus den 1950er Jahren. Zweieinhalb Tage braucht ein solches Vehikel von Teheran nach Istanbul. Eines der großen Plakate auf dem Strassenrand wirbt für ein Automuseum. Mit einem Ford T-Modell.

2005-12-07 16-26-00 alborz berge  iran Plötzlich bricht das Hochland ab, auf dem wir unterwegs sind. Die Strasse windet sich durch die winterlich kahle Landschaft abwärts. Landwirtschaft prägt nun das Bild, Äcker und immer wieder Olivenbäume. Wir halten in einem Ort, in dem entlang der Hauptstrasse ein Laden neben dem anderen Oliven und andere Produkte anbietet. Unser Fahrer empfiehlt einen kleinen Shop am Ortseingang.

“Good afternoon” begrüßt uns der Geschäftsmann und wirft die zwei anderen englischen Wörter, die er kennt, gleich hinterher. Wir stecken unsere Finger in die feilgehaltenen Oliven und probieren: Oliven eingelegt mit gemahlenen Nüssen, in Flüssigkeit, in Plastiktonnen und aquariumartigen Behältnissen. Granatapfelmus und jahrzehntelang in Essig eingelegter Knoblauch bieten weiter Geschmackssensationen. Wir kaufen Öl und Seife für zuhause und Oliven als Wegzehrung.

Auf der anderen Strassenseite ist die örtliche Ölmühle. Unser Olivenverkäufer lädt uns zur Besichtigung ein, die Arbeiter und Aufseher sind erfreut, uns ihre neue, italienische Anlage vorführen zu können. Dann geht die Fahrt weiter, durch die Nacht Richtung Norden, zum Kaspischen Meer.

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