Surfen

---> Wo ist das?

October 27th, 2005 Latitude: -3.801225S Longitude: 32.404175W

Inzwischen kann man auch in Fernando de Noronha surfen. Also, im Internet. Per Satellit. Man kann auch Wellenreiten. Wenn man es kann. Und dann ist das hier offensichtlich einer der besseren Plätze am Atlantik, mit 5 Meter hohen Wellen. Ich werde meine Ambitionen unterdrücken und erst einmal Lehrstunden nehmen. Man muss nicht alles selber können, wichtige Erkenntnis meines späten Erwachsenwerdens.

Man wird allerdings nie die Eleganz erreichen, mit der dir Fregattvögel dieser – und vermutlich auch anderer Inseln die Wellen nutzen, um vorwärts zu kommen. Es gibt in der Aerodynamik den Begriff des Boden-Luft Effektes. Der tritt dann ein, wenn ein Flügel mit geringer Höhe über eine Oberfläche gleitet. Durch den Boden-Luft-Effekt wird nun der Auftrieb verstärkt, da die Luft zwischen der Fläche und dem Flügel verdichtet wird. Beim Landen von Flugzeugen ist das ein Problem, dem mit Landeklappen beizukommen ist. Es gibt auch Fluggeräte, die speziell diesen Effekt nutzen, erlaubt er doch ein energiesparendes Vorrankommen.

fregattvogel

Die Fregattvögel nutzen diesen Effekt, in dem sie nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche hunderte von Metern weit dahingleiten. Verstärkt wird der Effekt noch durch die Aufwinde, die an den Wellenkämmen entstehen, weil diese ja die Luft verdrängen, durch die sie hindurch zum Ufer rollen. Das Schauspiel ist faszinierend: Der Vogel gleitet an eine perfekt geformte Welle heran, sobald sich diese in Strandnähe etwas erhebt. Dann gleitet er deren Wellenkamm entlang, immer so nahe an der Wasseroberfläche, wie nur denkbar. Sobald die Welle bricht und die Gischt den Vogel bedroht, schraubt er sich wie ein todesmutiger Kunstflieger zu Seite oder nach oben weg.

Man kann in Noronha surfen. Die Vögel haben die Messlatte zum Meister hoch angelegt.

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