“Rost schläft nicht” (Neil Young)

---> Wo ist das?

October 27th, 2005 Latitude: -3.823149S Longitude: 32.365723W

rost

Fernando de Noronha, Oktober, 2005.

Das kleine Archipel, eine der ersten Entdeckungen Amerigo Vespuccis, dem Namenspatron des amerikanischen Kontinentes, liegt nur scheinbar mitten im Nirgendwo. Nicht das Ende, der Anfang der Neuen Welt liegt hier, zumindest deren Südliche Teile. Holländer, Franzosen, Deutsche, Portugiesen haben hier ihre Spuren hinterlassen, heute, nach 500 Jahren gehören die Inseln zu Brasilien. Der Flug, die teure Lebenshaltung, eine Art Naturpark-Steuer, all das führt dazu, dass Fernando de Noronha nicht überlaufen ist, sondern gemessen an der heutigen Massenmobilität immer noch sehr zurückhaltend besucht wird. Brasilianer mit Geld, Spanier, Italiener, einige wenige Deutsche, Holländer, Engländer. Alle untergebracht in kleinen Pensionen, nirgendwo Hotels oder ähnlich touristische Unbilden.

Manche Strände hat man für sich, andere teilt man mit 10 oder 20 anderen Menschen. Tauchen, Surfen und die Natur genießen sind die Hauptbetätigungen, abends trifft man sich in der Bar de Cachorro, der Hundebar, die nach dem gleichnamigen Strand benannt ist (und deren Drinks alle nach Hunderassen benannt sind, aber immer die gleiche Wirkung haben: als habe einen eine Dänische Dogge umgerannt…)

fdh

Vor etwa 10 Jahren habe ich zum ersten mal davon gehört, in einem Buch des schwedischen Journalisten Tord Wallström, “Atlantens Öar”. Wallström hatte die wichtigsten Inseln im atlantischen Ozean besucht und beschrieben. Mich faszinierte seine Beschreibung dieser Inseln, die im für das vergangene Jahrtausend sicher wichtigsten geografischen Raum liegen und heute so vergessen sind, überrannt von der Beschleunigung der Zeit. Zu Wallströms Zeit galt das sicher noch vielmehr. Heute sind die meisten dieser Inseln längst wieder angeschlossen ans globale Treiben, erreichen einen Anrufe aufs Mobiltelefon hier wie überall, ermöglichen Geldautomaten und Kreditkartenterminale den sekundenschnellen Geldtransfer, erreichen Texte wie dieser per Satellit und Internet die Aussenwelt – doch diese Unterscheidung ist längst am Verschwinden.

Webseite von Tord Wallström (på svenska)

Kommentar kommentieren!