Forró vor den Hunden

---> Wo ist das?

October 27th, 2005 Latitude: -3.801225S Longitude: 32.404175W

forro 1Eine der besten Stellen, um Forró zu tanzen, scheint mir diese: Die Bar do Cachorro, die Hundebar im Vila dos Rémedios, was vom Kleinen Larousse der portugiesisch-brasilianischen Sprache immerhin als die Hauptstadt des (ehemaligen) Territoriums Fernando de Noronha genannt wird. Diese Zeiten sind vorbei, das Dorf (port. Vila) ist ein Dorf. Und die Bar ist vermutlich der östlichste Punkt dieser Erde, auf dem man Forró tanzen kann unter freiem Himmel und auf brasilianischem Boden.

Nicht dass es die beste Stelle wäre, was die Anzahl und das Können der Tänzerinnen angeht. Die meisten sind aus der brasilianischen Oberschicht in São Pauli oder Rio und haben mit diesem Tanz für “Dienstmädchen und Taxifahrer” wenig am Hut. Es ist einfach ein wunderbarer Ort, weil die Zahl der Sterne ins Endlose geht, die Stimmung ausgelassen ist und weil einer der hier ansässigen, Pedro Miguel, ein wahrer Meister und seine Partnerin (die für den Tanzboden…) sowohl unbewegt als auch auf der Tanzfläche eine Augenweide ist.

forro 2

Forró stammt angeblich von dem englischen Ausdruck: “For all” statt, es sei eine Veranstaltung für alle. Der Legende nach waren es entweder englische Kautschuk oder Eisenbahn-Gesellschaften oder im Nordosten stationierte US-Soldaten des zweiten Weltkrieges, die diese Tanzabende “Für alle!” durchgeführt haben. Ich halte inzwischen letztere Theorie für die wahrscheinlichere. Auch hier auf Fernando de Noronha gab es solche Soldatencamps im zweiten Weltkrieg. Dass wir es bei den Tanzabenden in der “Hundebar“ mit einer ununterbrochenen Tardition zu tun haben, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.

Gespielt wird Forró klassischerweise mit einem Akkordeon, einer Triangel und der Basstrommel, genannt Zabumba (klingt genauso!). Heute ist die elektrisierende Musik längst elektriifiziert, werden E-Gitarren, Bassgitarren und Schlagzeug hinzugenommen, mischen sich karibische Einflüsse mit dem Original des nordostbrasilianischen Hinterlandes. In Brasilien füllt Forró inzwischen längst die Tanzhallen, weil er das bietet, was die wenigsten brasilianischen Tänze haben: Er ist einfach, leicht erlernbar (ca. 2 Minuten für die ersten Schritte) und spektakulär, wenn die Meister rangehen. Dann werden akrobatische Elemente eingebaut, wie sie der Rock’n Roll oder davor der Swing kennen. Auch das spricht eigentlich für die amerikanische Variante der Legende. Doch gerade die Einfachheit des Grundschrittes macht Forró zu einem Tanz für alle, ”For all“ – sozusagen. Vamos!

Music for Maids and Taxidrivers

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